Drucken

Zweck des Wesenstests

Der Hund soll ein idealer Familienhund sein, der allen erdenklichen Alltagssituationen sicher gewachsen ist. Seine Freundlichkeit und Sicherheit im Umgang mit Menschen sind unverzichtbare Merkmale. Da es als erwiesen gilt, dass sich psychische Anlagen ebenso vererben wie physische, kommt der wesensmäßigen Selektion des Zuchthundes eine besondere Bedeutung zu. Um den Wesensstandard des Hundes zu gewährleisten, ist eine dementsprechende Überprüfung des Junghundes erforderlich.

Veranstaltung des Wesenstests

Durchführung des Wesenstests

  1. a. wenn sich ein bis dahin als sicher gezeigter Hund nicht auf die Seite legen lässt
  2. b. wenn sich ein Hund während des Wesenstests verletzt.

in diesen Fällen kann der Wesenstest jederzeit wiederholt werden.

  1. 7. Die Dokumentation des Wesenstestes muss videogestützt erfolgen.

    A. Praktische Durchführung des Wesenstests

    1) Identifizierung des Hundes durch den Wesensrichter
    2) Befragung
    3) Spaziergang: Nach anfänglicher Aufforderung ohne weitere Kommandos
    4) Fußgängerzone: Der Hund soll sich frei in der Menschengruppe bewegen und diese nicht nur umkreisen.
    5) Spiel mit dem Führer

Ohne Gegenstand

Der Führer wirft einen Ball, Stock o.ä. ohne Kommando

Der Richter kann ebenfalls Gegenstände werfen

Zerrspiel mit dem Tuch oder Seil (erst der Führer, dann der Richter)

6) Seitenlage:

Der Führer legt den Hund möglichst sanft auf die Seite. In dieser Lage übernimmt der Wesensrichter den Hund und hält ihn kurze Zeit fest, während der Führer sich entfernt. Diese Übung ist freiwillig, da sie nicht für alle Rassen durchführbar ist.
7) Spiel mit Fremdpersonen:
Es spielen einzelne Fremde mit dem Hund ohne Gegenstand, und zwarsowohl weibliche als auch männliche Personen. Ist der Hund nicht zum Spielen zu bewegen, können die Fremdpersonen ihn alternativ auch mit Futterbrocken zu sich locken. Sollte der Hund sich dabei nicht anfassen lassen, stellt der Richter eine Testsituation her,
bei der der Hund sich anfassen lassen muss.
8) Kreis:
Führer und Hund bewegen sich in eine V-förmige Menschengasse, die sich nach dem Betreten vor und hinter beiden schließt. Nach dem Schließe bleibt der Hund ohne Führer eine gewisse Zeit in diesem Menschenkreis.
Der Kreis sollte aus 10 – 15 Personen bestehen.
9) Verträglichkeit mit Artgenossen:
Slalom durch eine Reihe von 4-6 (verträglichen, nicht pöbelnden) Hunden-
Leinenführigkeit beim Hundeführer, Leinenführigkeit beim Richter
10) Parcours:
Der Parcours besteht aus 3 optischen und 3 akustischen Reizen, die wechselndund in steigender Intensität präsentiert werden. Die Entfernung zwischen den einzelnen Gegenständen sollte mindestens 25 m betragen. Bei der Präsentation der Reize sollte der Helfer im Hintergrund bleiben. Der Hund muss – gegebenenfalls mit Unterstützung des Führers – mit den Reizen Kontakt aufnehmen. In keiner Situation darf der Hund bedroht werden.
11) Schusstest:
(Schusstest wird ausschließlich auf Wunsch des Hundehalters durchgeführt - im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten) Ausschließlich Schreckschuss Kaliber 9mm.
Führer und der frei laufende Hund gehen auf den Schützen zu. In einer Entfernung von ca. 100 m, 50 m und ca. 20 m – 10 m wird auf Zeichen des Richters ein Schuss abgegeben. Nach dem ersten Schuss ist jede Beeinflussung des Hundes zu unterlassen. Der Schütze soll sich bewegen. Nach den Schüssen soll der Hund mit dem Schützen Kontakt aufnehmen.

Wesenstest-Bestimmungen

 

Eintragung und Berichterstattung

Ordnungsvorschriften

  1. a) bei der Nennung wissentlich falsche Angaben gemacht wurden,
  2. b) der Hund bei Aufruf nicht anwesend ist,
  3. c) der Hundeführer sich nicht an die Anweisungen des Wesensrichters hält.
  1. a) Hunde, die jünger sind als 12 Monate,
  2. b) läufige Hündinnen
  3. c) kranke oder verletzte Hunde
  4. d) Hunde, deren Verhalten durch Medikamente beeinträchtigt sein könnte.

Testsituationen

Die LR haben die Vorgaben zu Erstellung eines Gutachtens, der Dokumentation einzuhalten!

Testsituation:

erwünschte Eigenschaft  

unerwünschte Eigenschaft

Führer spaziert mit seinem unangeleinten Hund

Bindung an den Führer

Bewegungstrieb

Temperament

Aufmerksamkeit

Ängstlichkeit

Unsicherheit

Verhalten in friedlicher Menschenmenge

z.B.  in einem Marktplatz

Sicherheit gegenüber Menschen, Bindung

Unterordnungsbereitschaft

Spieltrieb

Scheue

Unsicherheit

Führer (Wesensrichter) spielen mit dem Hund ohne und mit einem Gegenstand (Tuch)

in Rückenlage des Hundes

Spieltrieb

Ausdauer

Beutetrieb,

Unterordnungsbereitschaft

Wesenssicherheit

Sicherheit gegenüber Menschen

Kampftrieb

Ängstlichkeit

Schärfe

Kontakt zu Fremdpersonen/

Verhalten in der Menschenmenge (Kreisprobe) 

Unerschrockenheit

Souveränität

Unterordnungsbereitschaft 

Sicherheit gegenüber Menschen

Ängstlichkeit

Schärfe

Schutztrieb

Verhalten gegenüber optischen und akustischen Umwelteinflüssen

Unerschrockenheit

Aufmerksamkeit 

Sicherheit ggü. optischen Reize

Sicherheit ggü. akustischen Reizen

Schreckhaftigkeit

Unsicherheit

Übersteigertes Misstrauen

Vorsicht/ Misstrauen

Verhalten gegenüber Artgenossen 

Freundlichkeit, Neugier  

Jegliche Aggression

übersteigerter Sexualtrieb

Schusstest 

(wenn gewünscht)

 Schussfestigkeit 

Schussscheue